Professionelle Hilfe, wenn das Unplanbare geschieht

Katastrophenschutz ist eine öffentliche Aufgabe. Neben dem Rettungsdienst ist dies ein weiterer Bereich, in dem das DRK im Dienste der Allgemeinheit unterwegs ist.

Katastrophenschützer kommen selten zum Einsatz – doch wenn, dann meist in großen Notlagen. Sie werden alarmiert, wenn eine Katastrophe geschehen ist oder unmittelbar droht. Das kann eine Naturkatastrophe sein, beispielsweise Überschwemmung oder Erdbeben, aber auch ein Chemieunfall, ein Großbrand oder ein so großes Unglück wie ein Flugzeugabsturz. In solchen Situationen könnten Rettungsdienst und andere Hilfsorganisationen mit ihrer alltäglichen Personalstärke nicht Herr der Lage werden. Zusätzlich werden die Helfer des Katastrophenschutzes alarmiert, um Leben und Gesundheit der Bevölkerung zu schützen oder dabei zu helfen, eine große Zahl an Opfern zu betreuen und versorgen.

Das DRK arbeitet als anerkannte Hilfsorganisation offiziell im Katastrophenschutz mit. In die Strukturen, die in jedem Landkreis festgeschrieben werden, sind die DRK-Einheiten fest integriert und übernehmen Verantwortung für bestimmte Aufgabenfelder. Die Ehrenamtlichen vom Kreisverband Tübingen stellen derzeit zwei Einsatzeinheiten mit jeweils rund 50 Helfern.

Welche Aufgaben übernehmen Katastrophenschützer des DRK?

Welche Aufgaben übernehmen Katastrophenschützer des DRK?

Sie versorgen Verletzte und transportieren sie in die Krankenhäuser. Oder sie bauen einen Behandlungsplatz auf und sorgen dort für eine Erstversorgung der Verletzten, bis diese weiter transportiert werden können. Sie richten eine Auskunftsstelle ein, wo man sich über den Verbleib von Angehörigen informieren kann. Sie organisieren bei Bedarf Unterkunft und Verpflegung für Verletzte und Opfer, aber auch für die Helfer im Einsatz.

Wie ist der Katastrophenschutz beim DRK organisiert?

Wie ist der Katastrophenschutz beim DRK organisiert?

Die ehrenamtlichen Katastrophenschützer treffen sich normalerweise bei regelmäßigen Dienstabenden in den unterschiedlichen Bereitschaften im Landkreis. Dort bereiten sie sich auf ihr jeweiliges Aufgabenfeld vor: Die Teams arbeiten als Sanitätsgruppen, Transport- und Logistikhelfer, in der Betreuung von Opfern und Angehörigen oder im Bereich Sicherheit durch Stromversorgung und Beleuchtung.

Wie lernen die Helfer, worauf es in der Praxis ankommt?

Wie lernen die Helfer, worauf es in der Praxis ankommt?

Neben theoretischen Schulungen gehören auch regelmäßige Übungen zu den Aufgaben der Katastrophenschützer. Ungefähr einmal im Jahr werden möglichst realistische Situationen inszeniert, bei denen die DRK-Helfer trainieren können, was ihre jeweiligen Aufgaben sind. Es geht auch darum, wie die Zusammenarbeit und die Kommunikationswege in der Stress-Situation klappen. Die Übungen sind abwechselnd DRK-intern oder aber im Zusammenspiel mit anderen Hilfsorganisationen.

Kann beim DRK-Katastrophenschutz jeder mitmachen?

Kann beim DRK-Katastrophenschutz jeder mitmachen?

Jeder ab 16 Jahren kann mitmachen. Voraussetzung ist, dass die Helfer körperlich für ihre Aufgaben beim Katastrophenschutz geeignet sind. Deswegen ist eine ärztliche Untersuchung vorab vorgeschrieben. Diese hat ähnliche Kriterien wie die Musterung der Bundeswehr: Wer dort als untauglich eingestuft wird, kann auch beim Katastrophenschutz nicht mitarbeiten.

Einige der Helfer sind Atemschutzträger. Für sie sind weitere Untersuchungen vorgeschrieben.

Welche Ausrüstung haben die Katastrophenschützer?

Welche Ausrüstung haben die Katastrophenschützer?

Derzeit sind beim Kreisverband Tübingen fünfzehn Fahrzeuge des Katastrophenschutzes von Bund und Land stationiert. Darunter sind LKW, Arztwagen, Mannschaftstransportwagen (MTW), Krankentransportwagen (KTW) und ein Fahrzeug für Technik und Sicherheit (TuS-Kombi).

Für die Helfer gibt es die persönliche Schutzausrüstung, die so genannte PSA. Sie soll im Einsatz dafür sorgen, dass die Helfer nicht gefährdet werden durch radioaktive, biologische und chemische Stoffe.

Zu einer vollständigen PSA gehören verschiedene Bestandteile:

  • Overgarment: Einsatzanzug gegen chemische Dämpfe und/oder Tröpfchen
  • flüssigkeitsdichter Schutzanzug: schützt gegen flüssige Chemikalien, biologische und radioaktive Substanzen
  • Schutzstiefel: wasserdicht und über einen längeren Zeitraum beständig gegen Öl und Chemikalien
  • Schutzmaske: Vollmaske mit Filtereinsatz
  • Schutzhandschuhe

Wie wird der Katastrophenschutz beim DRK finanziert?

Wie wird der Katastrophenschutz beim DRK finanziert?

Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Baden-Württemberg decken gemeinsam einen Teil der Kosten, die rund um die Aufgaben des Katastrophenschutzes entstehen: Dazu gehören beispielsweise die Fahrzeuge mit ihrer Ausstattung, deren Unterbringung und Wartung sowie weiter gehende Ausbildungen von Helfern. Diese Zuschüsse sind allerdings nicht kostendeckend. Die Differenz übernimmt das DRK und finanziert sie über Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Kontakt

 

Harald Herde

Telefon 07071/7000-53
Mo-Fr: 8:00 - 16:00 Uhr
E-Mail

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