Der Erste-Hilfe-Tag begeistert dabei groß und klein: Der jüngste Teilnehmer war dieses Jahr acht Jahre alt, die ältesten schon erwachsen, aber als Betreuer und Betreuerinnen immer noch dabei. Wir möchten den Kindern und Jugendlichen einmal im Jahr die Gelegenheit geben, ihr Erste-Hilfe-Wissen weiter auszubauen und zu trainieren, aber auch andere Gruppen kennenzulernen und gemeinsam einen schönen Tag zu verbringen. Dabei ist die Aktion auch als Dankeschön für den Einsatz der jungen Leute gedacht, denn schließlich setzen sie sich das ganze Jahr über an ihren Schulen oder in ihren Ortsgruppen für verletzte Menschen, für Menschlichkeit und Zusammenhalt ein.
Um 10 Uhr ging es mit der Begrüßung, Brezeln, Obst, Gemüse und der ein oder anderen Süßigkeit los, denn natürlich kann man seine volle Erste-Hilfe-Kraft erst voll nutzen, wenn man sich gestärkt hat. Dann erwarteten die Gruppen sieben Stationen mit einem bunten Mix aus Erste-Hilfe-Themen: In einem Klassenzimmer schlüpften die Kinder in die Rolle von Produkttestern und untersuchten verschiedene Decken und Wärmemittel auf ihren Schutz gegen Kälte, Nässe und Wind. Das Fazit: Auch ein Pulli oder eine alte Wolldecke hilft gegen Unterkühlung. Sieger bleiben aber Rettungsdecken und die Decken aus dem Rettungswagen sowie Fleece-Decken wegen dem Kuschelfaktor. Im nächsten Klassenzimmer wurde bei der Wundversorgungs-Challenge gezeigt, wer die besten Verbandsmittel-Skills hat. Ob der Riss unter dem Auge, der verstauchte Knöchel oder eine stark blutende Wunde - für die Teilnehmenden alles kein Problem! Ebenso wie die zwei Notfallstationen mit dem Krampfanfall und der fiesen Wunde mit darin steckender Scherbe. Auch die Wiederbelebung wurde trainiert in Theorie und Praxis mit Herz-Druck-Massage, Mund-zu-Mund-Beatmung und Defibrillation. Kleine Sonnencremes durften sich die Teilnehmenden an der Station “Sonne? Aber sicher” mitnehmen, ebenso wie Wissen über die Gefahren und die Folgen von UV-Licht und ein selbst erstelltes präventives Sonnenschutzkonzept für die eigene Schule oder den eigenen Ortsverein. Und wer gerne kreativ ist, durfte seine Ideen beim Trösten und Beruhigen einsetzen: Hier wurden aus Verbandsmitteln kleine Ablenkpüppchen und Handschuhtiere gebastelt und gute Witze und Fragen zum Ablenken der Verletzten gesammelt.
Der freiwillige Schulbesuch der Nachwuchshelfer und -helferinnen am Wochenende war dabei unterschiedlich motiviert. „Ich bin seit vier Jahren jedes Jahr dabei. Einfach weil es ein super Tag ist und niemals langweilig!“, sagt ein Schulsanitäter der Carl-Joseph-Leiprecht-Schule. Die Begleitperson einer Gruppe betont dagegen: „Man lernt ja immer was Neues dazu, wenn man bei so etwas mitmacht.“ Und das Schulsanitätsdienstteam vom gastgebenden Eugen-Bolz-Gymnasium hat noch einen ganz anderen Hintergedanken: „Wir haben letztes Jahr den Wanderpokal beim Schulsani-Wettbewerb gewonnen. Da müssen wir Üben, denn wir möchten ihn natürlich behalten.“ Bei so vielen begeisterten und gut ausgebildeten Kindern und Jugendlichen kann man sich im Kreis Tübingen bei Notfällen auf jeden Fall sicher fühlen. Als Dankeschön wurden zum Abschluss noch kleine Rot-Kreuz-Geschenke verlost.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden, aber auch bei unseren Ehrenamtlichen, die die Stationen fachkundig geleitet haben, und bei den Schullehrkräften, JRK-Gruppenleitungen und Eltern, die die Kinder und Jugendlichen durch den Tag geleitet haben! Danke für eure Zeit und für euer Engagement!
