Über drei Wochenenden erstreckt sich die Qualifizierung als Notfalldarstellungsausbilderin - und die braucht es auch, denn es steckt wirklich mehr im Kurs als man denkt. Wer sich zur Ausbilderin oder zum Ausbilder qualifizieren möchte, muss deshalb bereits die Grundlagen- und Aufbaukurse der Notfalldarstellung absolviert haben, eine sanitätsdienstliche Ausbildung und gute Kenntnisse und Erfahrungen im Schminken und Darstellen von Notfällen mitbringen. So bleibt im Kurs selbst Platz für die Details. Und davon gibt es eine Menge: Natürlich geht es um das genaue Kennen der Schminkmaterialien und Schminktechniken und um Wissen über die Symptome der dargestellten Krankheiten und Verletzungen. Aber auch die passende Methodik, Didaktik und Rhetorik, die Lehrgangsorganisation, der Umgang mit Misserfolgen, verschiedenen Lerntypen und Unterrichtsformen und die Bestimmungen zu Medienrechten, Jugendschutz und Aufsichtspflicht bei minderjährigen Teilnehmenden stehen am Programm. Auch werden Grenzverletzungen und die Sicherheit und das Wohlbefinden der mimenden Menschen thematisiert und besprochen, wie diese sichergestellt werden. Gerade weil Notfalldarstellung von klein auf ein Thema im Jugendortkreuz ist, wird auch immer wieder besprochen, wie Notfälle und ihre Darstellung mit verschiedenen Altersstufen erarbeitet werden können und wo Grenzen zu setzen sind.
Eines der Themen, über das Alicia ihre Prüfung absolvieren musste, zeigt ganz deutlich, dass der Lehrgang sehr in die Tiefe geht und schwierige Aspekte der Notfalldarstellung umfassend betrachtet: Denn neben dem Vermitteln des richtigen Schminkens einer Schnittwunde mit Wachs wurde sie in der Theorie über das Darstellen von Menschen mit Behinderungen geprüft. Hier gilt es Wissen zu den jeweiligen Behinderungen zu vermitteln und darauf zu achten, dass die Behinderung realistisch, aber auch sicher für den mimenden Menschen und natürlich respektvoll dargestellt wird und nicht etwa ins Lächerliche gezogen wird.
Ein großer Dank an Alicia, dass sie die lange und intensive Ausbildung auf sich genommen hat und unserem Kreis in Zukunft für die Ausbildung in realistischer Notfalldarstellung zur Verfügung steht!
